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Die Schauhohle Kumistawi (Tskaltubo) in Georgien

Die Geschichte der Kumistawi-Höhle

Die Höhle Kumistawi liegt 5 km nord-westlich von Tskaltubo in Georgien. Sie wurde bereits Anfang der 80er Jahren des 20ten Jahrhunderts von georgischen Höhlenforschern entdeckt und erforscht. Sie ist Teil eines großen Höhlensystems, das über einen unterirdischen Fluss verbunden ist. Derzeit sind nur etwa 30 Kilometer des Flusses erforscht, man schätzt das gesamte Höhlensystem aber auf mindestens die doppelte Länge. Federführend und Initiatoren der Forschungsarbeiten waren Dzhumber und Amiran Yamrishvili.
Im Jahr 1985 wurde beschlossen einen Teil der Höhle für Touristen zugänglich zu machen.
Bis 1989 wurde die Höhle mit einem knapp einen Kilometer langen Besucherweg ausgestattet, Treppen und Wege wurden gebaut, am Eingang entstand ein 150 Meter langer Tunnel und oberirdisch wurde bereits mit dem Bau von Versorgungsgebäuden begonnen.
Die Höhle war zwar zunächst nur mit provisorischer Beleuchtung ausgestattet, trotzdem begann man damit kleinere Besuchergruppen in das Labyrinth zu führen. Als 1990 die Sowjetunion zusammenbrach und die Mittel knapp wurden, musste das Projekt der Ausstattung der Schauhöhle gestoppt werden

Siebzehn Jahre nach dem vorläufigen Ende, wurde 2007 die Idee einer Ausstattung der Schauhöhle bei Tskaltubo von der georgischen Regierung wieder aufgenommen.
Im März dieses Jahres wurden zunächst Schauhöhlen-Manager, Mitglieder der ISCA und ANECAT, Andre David, Alain Frances und Guilhem de Gruly aus Frankreich eingeladen. Ziele der Reise waren: Beurteilung des Höhlenzustand als Schauobjekt, die Definition der notwendigen Arbeiten um das Projekt beenden zu können und Austausch von Erfahrungen über die Anwendung der neuen Technologien und Materialien in Höhlen. Von den französischen Experten wurden ein umfassender Bericht und eine Liste der Empfehlungen für zusätzliche Ausrüstung des Objektes zusammengestellt. Schon damals haben die Franzosen dringend empfohlen, in der Höhle die Niederspannungs-LED-Technologie und Konstruktionen aus Glasfaser zu verwenden. Danach gab es wieder eine 1,5-jährige Pause ...

Projektstart

Im Dezember 2008 traten Vertreter der georgischen Regierung an uns heran, die für das Projekt der Ausstattung der Schauhöhle in Tskaltubo verantwortlich sind. Die Frage von der georgischen Seite war ganz klar: sie wollten eine grobe Abschätzung der Kosten sowie Empfehlungen für konkrete technische Mittel für die Durchführung des Projekts. Wir erhielten ziemlich vollständige Informationen über die geplante Exkursionstouren mit detaillierten Beschreibungen der Hallen und die Vorstellungen der potenziellen Kunden von der Ausrüstung der Höhle mit Beleuchtung und musikalischen Mitteln. Viele der Empfehlungen der französischen Spezialisten waren in den Spezifikationen enthalten. Außerdem wurde immer wieder die Notwendigkeit erwähnt, energieeffiziente und umweltfreundliche Anlagen zu verwenden. Trotzdem musste die Entwurfsarbeit von uns "blind", ohne Kenntnis des Objektes, auf der Grundlage dieser Beschreibungen und Dokumenten durchgeführt werden.
Im Jahr 2009 folgten dann zwei Reisen nach Georgien, auf deren Grundlage wir eine umfassende Bewertung des Objekts, sowie Schätzungen der optimalen Menge an Beleuchtung- und Beleuchtungsmusik-Geräten vornehmen und zusammen mit dem Auftragsgeber die einzelnen Projektphasen planen konnten.
Im Januar 2010 wurde eine Vereinbarung zwischen uns und dem Generalunternehmen für das Projekt, Firma ATU, unterzeichnet.

Aktueller Stand des Projekts im Mai 2010

Die Renovierungsarbeiten an den Bodeninstallationen und Versorgungsleitungen sind fast vollständig abgeschlossen.
Im vergangenen Jahr wurden endlich die Gebäuden fertig gestellt, deren Bau schon 1989 begonnen hat. Zu der Höhle wurden elektrische Leitungen verlegt und zwei Straßen wurden gebaut: von Tskaltubo zur Höhle sowie die zwischen den Höhlenein- und Höhlenausgang. In der Höhle selbst wurde der Bau von Wegen, Treppen und Tunnel abgeschlossen.

Im Februar 2010 wurde mit der Planung der Stromversorgung, Beleuchtung, musikalischen Begleitung und der Überwachungsanlagen für das Projekt "Cave Lighting" begonnen. In Übereinstimmung mit der Spezifikation des Kunden wurden in der Höhle fünfzehn Schauzonen ausgewiesen. Jede davon wird während der Führung thematisch dargestellt und muss dementsprechend mit dynamischem Licht ausgestattet sein. Die Abschnitte zwischen den Zonen sollen mit statischem Licht beleuchtet werden. In fünf Bereichen wird das Erlebnis der dynamischen Beleuchtung durch eine musikalischer Untermalung gesteigert. In der großen Halle im Bereich des Flussbettes wurde eine großartige Beleuchtungsmusikalische Begleitung geplant, dazu werden auch Lampen mit Farbmischung und DMX-512 Steuerung verwendet. All diese Komponenten, die verschiedene Arten von Beleuchtung, MP3-Playern, Lichtmanagement und Musik beinhalten, sind Bestandteil des Licht- und Musiksystems, das von unseren Experten speziell für dieses Projekt entwickelt wurde. In das System wurden auch die Überwachungseinrichtungen integriert, diese dienen unter anderem dazu, den Wasserspiegel in überfluteten Teilen der Höhlen unter Kontrolle zu halten und Daten über die Wassertemperatur, Luftfeuchtigkeit und andere wichtigen Messwerte über eine zentrale Schnittstelle in den Kontrollraum zu liefern.
Aufgrund des großen Umfang und der Länge der Höhle wird eine allgemeine Stromversorgung 380 V installiert, über die sieben Verteiler versorgt werden. Von den Verteilern mit Nennspannung 220V werden 20 Transformatoren versorgt, die an die 15 Zonen in den Höhlen und Zwischenräume niedrige Spannung 24VAC liefern.
Somit wird die Beleuchtung der Höhle eine geringe Spannung realisiert, die über dezentralen Spannungswandler versorgt werden.
Beleuchtung und Licht und Szenen werden durch Druckknopf- und Funksteuerung bedient. Primäre Farbe des Lichtes der Höhle ist „Cool White“. Um die Eigenschaften der Höhle an mehreren Punkten zu unterstreichen, werden an diesen Stellen rote und warme weiße Farbe verwendet.

Was geschieht in der Höhle im Moment:

Alexander Chrapko, Projektmanager Cave Lighting.