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Auslieferung und Montage des Beleuchtungssystems Cave Lighting in Slowenien

Während unserer ersten Reise nach Slowenien im Juli 2006 hatten wir das Gelände und die Menschen dort kennen gelernt. Wir führten eine Demonstration der LED Beleuchtung in der Schauhöhle „Dimnice Jama“ durch und erkundeten Möglichkeiten für die Erweiterung unseres Projekts sowohl in Slowenien und anderen ehemaligen Jugoslawischen Republiken als auch in Italien und Österreich.

Die zweite Reise im Januar 2007 fand bereits im Rahmen des Projekts „Sveta Jama“ statt und galt Sveta Jama, einer Schauhöhle bei Burg Socerb nahe der italienischen Grenze. Das Ausleuchten der Höhle, die Ermittlung des Ist-Zustands und die präzise Definition der Bedürfnisse des Kunden waren unsere Hauptziele. Außerdem wurde die Zusammensetzung des Beleuchtungssystems für die Schauhöhle besprochen.

Im März 2007 erhielten wir die Bestellung für das Beleuchtungssystem vom Höhlenforscherclub „Jamarsko drustvo Dimnice Koper" aus Koper. Wir sollten zum 27. Mai das System komplett entwickeln, herstellen, ausliefern, einbauen und in Betrieb nehmen. Die Höhlenforscher wurden finanziell durch die Gemeinde Koper unterstützt, die einen Teil der Summe gespendet hat. Den Restbetrag übernahm die Vereinskasse. An dieser Stelle möchten wir das Streben der Mitglieder des Klubs nach Modernisierung und Erhaltung der "Patenhöhlen“ besonders betonen. Ohne deren Einsicht, dass eine angemessene Beleuchtung über Verschönerung oder Verstümmelung der unterirdischen Welt entscheidet, wäre die Durchführung des Projekts nicht möglich gewesen.

Hier sei erwähnt, dass "Sveta Jama"  seit ca. 400 Jahren eine sehr bedeutende Kultstätte ist. Es handelt sich bei dieser Höhle um die einzige unterirdische Kirche Sloweniens. Noch immer finden hier wöchentlich Gottesdienste statt, und der Ort ist gleichermaßen Ziel von Pilgern und Exkursionen. Als Lichtquelle für diese Nutzung der Höhle hatten bis 27. Mai 2007 Stirnlampen und Karbidlampen gedient.

Nun wurde innerhalb von ca. 2 Monaten nach Abstimmung der beleuchtungstechnischen Spezifikation das Basisset des Systems entwickelt und hergestellt. Da die Höhle sehr leicht zugänglich ist, sollten wir ein mobiles System entwickeln, das man unaufwändig in die „Sveta Jama“ einbringen und in kurzer Zeit ein- und ausbauen konnte. Die Entwicklung erfolgte daher auf der Basis von "Travel Kit".

Am 23. Mai waren wir endlich bereit nach Slowenien aufzubrechen. Nachdem die Beleuchtung gut eingepackt und im Kofferraum verstaut war, fuhren wir frühmorgens los. Etwa 11 Stunden später, mit einer Pause in München, trafen wir am Abend in Ankaran ein, wo uns Herr Franci Maleckar, ein Mitglied des Speleoklubs und unser Kontaktmann, einen herzlichen Empfang bereitete.

Die folgenden drei Tage waren der Vorbereitung, Installation, Einstellung und Feinjustierung des Beleuchtungssystems unmittelbar in der Schauhöhle gewidmet. Unter Einsatz von Stromgenerator, Bohrhammer, Lötkolben und anderen nützlichen Utensilien bauten wir das System in die Höhle ein und passten es der Umgebung an. Leider verfügten die Höhlenforscher vor Ort nicht über ein Lichtkonzept für „Sveta Jama“ und konnten uns bei der Lichtmodellierung kaum behilflich sein. Deshalb waren wir gezwungen, die Beleuchtung im Zuge der Installation selbst zu gestalten.

Zum Abend des 26. Mai konnten alle Arbeiten beendet werden und die Beleuchtung hatte ihren Ehrenplatz in der Höhle eingenommen. Anschließend wurde die Software eingespielt und entsprechend dem Bedarf des Kunden konfiguriert. Am gleichen Tag hatten wir Gelegenheit unser System zu testen. Während einer Kinderexkursion und dem darauf folgenden Gottesdienst führten wir den Beleuchtungstest durch. Das Ergebnis war sehr positiv.

Der 27. Mai war Tag der Abnahme der Beleuchtung. Es war zugleich der Tag der „Sveta Jama“ – an diesem Datum wird in der Höhle der Tag des heiligen Servulus mit einem Festgottesdienst begangen. Um 17 Uhr wurde die Beleuchtung feierlich eingeschaltet und der Gottesdienst begann.

Etwa hundert Gläubige und Besucher waren zugegen, neben Vertretern der Gemeinde Koper und des Kultusministeriums auch die Manager verschiedener Schauhöhlen Sloweniens. Bischof Iztok Mozetič aus Koper eröffnete den von ihm selbst zelebrierten Festgottesdienst, indem er per Fernbedienung die maximale Lichtstärke der Beleuchtung einstellte. Die Messe dauerte etwa 1,5 Stunden und die Beleuchtung der Höhle mit LED-Licht wurde von den Besuchern durchweg positiv aufgenommen. Auch starker Regen, der später einsetzte und die Höhle zu überfluten drohte, hat dem System keinen Schaden zugefügt.

Am 28. Mai traten wir in gehobener Stimmung die Rückreise nach Deutschland an.

Fazit: Dieses Projekt war das erste Projekt, das wir in solchem Umfang durchgeführt haben. Dabei unterliefen uns natürlich viele Fehler, aus denen wir allerdings lernen konnten. Wir haben festgestellt, dass unsere bisherige Arbeit in die richtige Richtung führt. Unsere Entwicklungen und mehrere Tests haben bisher nur positive Auswirkung auf das Projekt als Ganzes gehabt und wir sind zuversichtlich, dass das Licht von „Sveta Jama“ uns den Weg zum Erfolg weisen wird.