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Erneuerung der Beleuchtung in der Lurgrotte Semriach, Österreich

Im Juni 2014 war es dann soweit: etwa 380 LED-Lampen wurden bis Anfang August im Dom eingebaut. Auf guten Wegen dringt der Besucher in die Lurgrotte vor, welche insgesamt 5km lang ist und in Peggau wieder das Tageslicht erreicht. Der Semriacher Teil ist auf 2km begehbar, davon 1km als normaler Führungsweg

Lurgrotte / Semriach, Steiermark, Österreich

Lage: Österreich, Steiermark, Semriach
Position: 47°17'3,9"N / 15°42'8,8“E
Länge Führungsweg: 1000 m
Schauhöhle seit: 1895
Umbau: Mai – August 2014
Gesamtleistung: 382 Lampen, 2000 Watt
Gesamtleistung zuvor: 25.000 Watt

1. Vorgeschichte

Unter Mitwirkung von GermTec und auf Einladung der SAH e.V. (Speläologische Arbeitsgemeinschaft Hessen) besuchte bereits 2011 eine Delegation des VÖH (Verband Österreichischer Höhlenforscher) bestehend aus der Sektion der Schauhöhlenbetreiber und aktiven Höhlenforschern für zwei Tage Breitscheid und das Herbstlabyrinth, um sich ausgiebig das Karstgebiet mit seinen Höhlen anzuschauen. Hierbei konnte sich vor allem auch über das Cave Lighting™ Projekt informiert werden.

Bei einer Rundreise durch Österreich im Jahre 2013 wurde der Kontakt zur Lurgrotte in Semriach intensiviert. Besitzer Andreas Schinnerl plante gerade eine Renovierung seiner Höhle und empfang uns herzlichst. Kurz nach dem Besuch kam das Cavelighting-Team wieder, um die Planungen für den Großen Höhlendom zu machen.

2. Zwei Mal Lurgrotte in Österreich

Auf guten Wegen dringt der Besucher in die Lurgrotte vor, welche insgesamt 5km lang ist und in Peggau wieder das Tageslicht erreicht. Der Semriacher Teil ist auf 2km begehbar, davon 1km als normaler Führungsweg. Zu Beginn wird man noch vom Lurbach begleitet, welcher jedoch bald in den noch unbekannten Tiefen der Höhle verschwindet. Und dann betritt man das Reich der Tropfsteine. Ihre Namen wirken wie Rätsel: der Riese, der Schiefe Turm, der Einsiedler, das Zigeunerzelt – der Fantasie sind in diesem unterirdischen Kosmos keine Grenzen gesetzt. Durch schmale Gänge, Hallen und Nischen führt Weg zur Bärengrotte, in der Knochen des Höhlenbären gefunden wurden, der in der Eiszeit in Mitteleuropa lebte und danach ausgestorben ist. Nach einem kleinen Aufstieg erreicht man den Großen Dom, einen der Höhepunkte der Führung. Beeindruckend ist vor allem seine Größe: mit 120 Metern Länge, 80 Metern Breite und einer Höhe von 40 Metern gehört er zu den größten Höhlendomen Europas, die man in einer Schauhöhle findet!

3. Die Realisierung des Projektes

Im Juni 2014 war es dann soweit: etwa 380 LED-Lampen wurden bis Anfang August im Dom eingebaut. Die Besitzerfamilie Schinnerl war so sehr von unserer Arbeit und unserem Know-how begeistert, dass wir sogar noch die Bärenhalle, Brüderhalle und eine Plattform an der Schwinde des Lurbaches mit weiteren Lampen im Rahmen des Proejktes ausstatteten.

Da es sich beim Führungsweg im Großen Dom um einen Rundweg handelt, bestand die Herausforderung vor allem in der blendfreien Montage der Lampen. Dieser Weg kann aber auch für Sonderführungen in entgegengesetzter Richtung begangen werden.

Dies und das Anbinden der Schnittstellen mit den gewünschten und somit komplexen Schaltfunktionen an das alte System, sowie die Erschaffung eines 3-dinemsionalen Lichteffektes in einem solch großen Höhlenraum, waren die zu realisierenden Hauptanforderungen des Kunden.

Entscheidend für Besucher ist aber, dass sie nun die Höhle auf eine völlig neue Art erleben können. Die alte Beleuchtung leuchtete den Großen Dom nicht vollständig aus und das Wegelicht blendete die Besucher sehr. Das alte Licht gab der Höhle einen einheitlichen Eindruck und die eigentliche Größe des Großen Dom war schlecht zu erkennen. Die vorhandene Musikshow mit Farbleuchten wurde beibehalten und schaltungstechnisch an das neue Cavelighting-System angebunden.

Da die Elektroanlage der gesamten Höhle mit seinen 5 Unterverteilern veraltet und auf Grund der vielen Hochwasser, die jährlich die Höhle überschwemmen, auch noch verschlissen waren, konnte in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Elektrofirma auch dieses Problem behoben werden. Unsere Erfahrungen zeigen, dass es nichts nützt, ein neues LED-System einzubauen, ohne die Gesamtsituation der Höhle zu betrachten; sowohl auf der Elektrotechnischen Seite, als auch konzeptionell, was das Lichtdesign angeht. Aufgrund unserer Ratschläge wurden daher sämtliche Elektrounterverteiler bis zum Großen Dom durch neue ersetzt, ein Potenzialausgleich verlegt und ein Blitz- und Überspannungsschutz eingebaut.

So konnte das Cave Lighting - Team sämtliche Höhepunkte der Führung, wie z.B. das Tropfsteinparadies, Glocke, Geigenspieler, Belvedere und Riese in ein beeindruckendes Licht setzen und dieses einzigartige Naturerlebnis neu erschaffen, womit die Lurgrotte in Semriach an Attraktivität deutlich gewinnt, was wiederum die Besucherzahlen in Zukunft erhöhen dürfte.

Wir bedanken uns herzlichst bei Andreas Schinnerl und seiner Familie für die sehr gute Zusammenarbeit und empfehlen nicht nur das neue, beeindruckende Cave Lighting - Licht, sondern da Erlebnis auch durch den Magen geht, das jährlich mehrmals stattfindende „Kulinarium“ in der Höhle.

Weitere Informationen:

www.lurgrotte.at